Flamingolagune

Flamingos: Flammenvögel mit Extrem-Lebensräumen

Flamingovoliere im Tiergarten Bernburg

Als 1938 die ersten Flamingos nach Bernburg kamen, richtete man diesen exotisch anmutenden Vögeln ein üppig mit Palmen dekoriertes Teichparadies ein. Und selbst heute noch können sich viele Besucher kaum vorstellen, wie unwirtlich die natürlichen Lebensräume mancher Flamingoarten tatsächlich sind.

Die südamerikanischen Flamingos, und mit ihnen die im Tiergarten Bernburg gezeigten Chilenischen Flamingos, leben zum Teil in großen Gebirgshöhen und tolerieren Temperaturen bis unter -25°C. Ihre Brutgebiete liegen häufig am Rande von vegetationslosen Salzseen mit schlammigen, verkrusteten Uferzonen.

Nicht immer finden alle Tiere direkt im Brutgebiet ausreichend Nahrung, so dass die Flamingos dann täglich zwischen Nahrungsgründen und Brutplatz pendeln müssen. Die dabei zurückgelegten Strecken können durchaus erheblich sein. So konnten für Rosaflamingos 300 Kilometer Flugstrecke pro Nacht mehrfach nachgewiesen werden.

Die Nahrung der Flamingos besteht überwiegend aus wirbellosen Kleintieren, deren Larven und Eiern sowie Algen. Pflanzensamen können den Speiseplan ergänzen. Der weitaus größte Teil der Nahrung wird mit dem spezialisierten Schnabel aus dem Wasser gefiltert.

Der Flamingoschnabel ist ein höchst effektives Sieb

Filtrierender Flamingo

Stark vereinfachte Darstellung des Filtrationsvorgangs. Die Zunge wirkt als Saug- bzw. Druckpumpe und bewegt das Wasser durch die Schnabel-Lamellen.

Durch die Bewegung ihrer dickfleischigen Zunge können die Flamingos mit Kleinteilen befrachtetes Wasser in den Schnabel saugen und anschließend wieder herauspressen. Je nach Grad der Schnabelöffnung werden dabei an den Lamellen der Schnabelränder Futterpartikel im Größenbereich von 0,5 bis 6 Millimeter zurückgehalten.

Die auffällige Krümmung des Flamingoschnabels hilft, den Schnabelspalt über eine längere Strecke weitgehend gleich groß zu halten.

Weil sich die speziellen Schnabelstrukturen beim Jungvogel jedoch erst während des zweiten Lebensmonats herausbilden, müssten die frisch geschlüpften Küken selbst in einem nahrungsreichen Brutgebiet unweigerlich verhungern. Beide Eltern bilden deshalb eine nährstoffreiche Kropfmilch, mit der sie ihr bettelndes Jungtier von Schnabel zu Schnabel füttern.

Lamellen am Flamingoschnabel

Beim Chilenischen Flamingo nehmen Abstand und Länge der äußeren Schnabel-Lamellen von der Basis zur Schnabelspitze zu (Auschnitte a, b, c). Über die eingestellte Schnabelöffnung und bevorzugt durchströmte Lamellenpartien können so bestimmte Partikelgrößen von der Aufnahme ausgeschlossen bzw. im Schnabel zurückgehalten werden.

Auch hinsichtlich ihrer Lebenserwartung überraschen die Flamingos. In Menschenhand sind einige Tiere bereits über 60 Jahre alt geworden. Eine Folge der hohen Lebenserwartung ist, dass Flamingos in der Natur normalerweise längst nicht jedes Jahr erfolgreich brüten müssen, um ihren Fortbestand zu sichern.

Bestände fast aller Flamingoarten nehmen ab

Tatsächlich jedoch führen Eingriffe des Menschen dazu, dass außer Rosa- und Kubaflamingo derzeit alle Flamingoarten rückläufige Bestandszahlen aufweisen. Am stärksten ist der Andenflamingo bedroht. Vom Chilenischen Flamingo existieren wohl noch rund 200.000 Individuen in Südamerika.

NT

In der globalen Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN wird der Chilenische Flamingo derzeit noch auf der Vorwarnliste (NT = Near Threatened) geführt.

Ursachen für den Rückgang sind örtlich noch immer das Absammeln von Eiern sowie die Bejagung. Dazu kommen Störungen der Brutkolonien durch Touristen sowie die Verschlechterung der Lebensräume durch Bergbau oder Austrocknung aufgrund von zunehmender Wasserentnahme aus Zuflüssen.

Entwicklung der Jungtiere

Junger Flamingo, 1. Tag nach dem Schlupf

Junger Chilenischer Flamingo am ersten Tag nach dem Schlupf. Das Gefieder ist vollständig weiß. Die stämmigen Beine sind orange gefärbt. Der Schnabel ist noch gerade und besitzt einen Eizahn.

Junger Flamingo 10 Tage

Mit 10 Tagen bereits außerhalb des Bruthügels unterwegs. Die Beine sind blass rosa gefärbt.

Junger Flamingo, knapp 1 Monat

Mit knapp einem Monat sind die Beine vollständig schwarz und das Gefieder grau.

Junger Flamingo, 7 Wochen alt

Beim sieben Wochen alten Jungtier ist der Schnabel bereits deutlich gekrümmt.

Was Sie schon immer wissen wollten ...

Stimmt es, dass Flamingos Farbstoffe in der Nahrung benötigen, um ihre rosa Gefiederfärbung zu behalten?

Ja, stimmt in der Tat. Wenn Flamingos keine Carotinoide aufnehmen können, wird ihr Gefieder früher oder später weiß. In der Natur nehmen Flamingos die Farbstoffe mit Kleinkrebschen und Algen auf. Futtermitteln für Flamingos wird Canthaxanthin oder ähnliche Verbindungen zugesetzt. Mit Erfolg wird auch Futterpaprika eingesetzt.

Verbreitung

Verbreitungskarte Chilenischer Flamingo

Verwandte Arten

Rosaflamingo
(Phoenicopterus roseus)

Zwergflamingo
(Phoeniconaias minor)

Kuba-Flamingo
(Phoenicopterus ruber)

Andenflamingo
(Phoenicoparrus andinus)

James-Flamingo
(Phoenicoparrus jamesi)

Flamingo Specialist Group der IUCN / SSC

Jamesflamingo

Die Spezialisten für bedrohte Flamingos.

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