Gepardensavanne

Geparden: Die schnellsten Läufer unter den Säugetieren

Gepardengehege im Tiergarten Bernburg

Durch die markanten, von den inneren Augen- zu den Mundwinkeln ziehenden Tränenstreifen wirkt der Blick des Geparden auf uns Menschen mitunter etwas traurig.

Wirklich traurig ist jedoch der Zustand der Art in der Natur. Aus dem größten Teil seines historischen Verbreitungsgebietes ist der Gepard bereits verschwunden. Und der Rückgang hält an. Seit 1975 hat sich der Bestand der afrikanischen Geparden auf 7000 Individuen halbiert. Der Lebensraum wurde zum Großteil fragmentiert und vernichtet. Von der asiatischen Population konnte nur ein spärlicher Rest von höchstens hundert Tieren im Iran überdauern. Dort ist der Gepard sogar kritisch von der Ausrottung bedroht.

Mit dem Ziel, einen Beitrag zur Erhaltungszucht des Geparden zu leisten, konnte der Bernburger Tiergarten im Juli 2006 dank großer Unterstützung durch den Allwetterzoo Münster mit der Haltung von Südafrikanischen Geparden (Acinonyx jubatus jubatus) beginnen. Bereits im April 2008 zeigte die tiergärtnerische Zusammenarbeit mit fünf Jungtieren erste Erfolge.

Geparden beim Erkunden eines neuen Kletterstammes

Bekannt gemacht hat den Gepard nicht zuletzt sein enormes Sprintvermögen. Doch wie schnell läuft der Rekordhalter unter den Landsäugetieren wirklich?

Als einigermaßen gesichert, dürfen Höchstgeschwindigkeiten von 95 Kilometer pro Stunde gelten, wobei derart schnelle Verfolgungen über höchstens 300 bis 400 Meter Laufstrecke aufrechterhalten werden können. Anderenfalls würde der Gepard lebensbedrohlich überhitzen. Das größte Tempo wird in der mit moderater Geschwindigkeit beginnenden Annäherungsphase der Verfolgung entwickelt. Hat der Gepard die Beute eingeholt, muss er seine Geschwindigkeit reduzieren, um Ausweichversuchen folgen zu können. Ist er nah genug, schlägt er mit seinen Vorderbeinen nach Hinterbeinen, Hüften und Rumpf des verfolgten Tieres, um es zu Fall zu bringen, auf den Boden niederzudrücken mit einem Kehlbiss bis zum Eintritt des Todes zu fixieren. War die Jagd erfolgreich, ist der Gepard zum sofortigen Fressen zumeist zu erschöpft und benötigt bis zu 30 Minuten Erholungsphase. Nähert sich ein von Geiern angelockter Löwe, muss der Gepard seine Beute chancenlos aufgeben. Auch Hyänen und Leoparden können können ihm die Beute abnehmen.

Körperbau spiegelt Lebensweise wieder

Um ausreichend Energie für den Sprint freisetzen zu können, muss eine gute Sauerstoffversorgung gewährleistet sein. Dafür besitzt der Gepardenschädel einen ausgedehnten Nasenraum mit großlumiger Verbindung zum Rachen. Ebenfalls als Anpassung an das schnelle Laufen, können erwachsene Geparden, im Unterschied zu anderen Katzen, ihre Krallen nicht mehr vollständig einziehen. Beim Laufen wirken sie wie die Spikes der Sportschuhe. Mit seinen auffällig langen Beinen erreicht der Gepard, unterstützt durch die flexible Verbiegung der Wirbelsäule, ein großes Schrittmaß von bis zu sieben Metern. Die fehlende, zahnlose Kieferlücke zwischen Eck- und Vormahlzähnen (Diastema genannt) ist möglicherweise der Preis für die Optimierung der Atemverhältnisse. Ohne Diastema können die Eckzähne bei der Überwältigung der Beute nur vergleichsweise flach in das Halsgewebe eindringen. Daher tötet der Gepard größere Beutetiere beim Kehlbiss überwiegend durch Ersticken.

Aufgrund der geschilderten, anpassungsbedingten Besonderheiten des Geparden hat seine Einordnung innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) stets Probleme bereitet. Gegenwärtig sieht man in Puma und Jaguarundi seine nächsten lebenden Verwandten im Tierreich.

INTERAKTIV

Ein geflecktes Fell dient der Tarnung. Es hilft der Katze, sich unbemerkt anzuschleichen. Welches Muster tarnt den Gepard?

Entwicklung der Jungtiere

Junge Geparden, 1 Monat

Junge Geparden im Höhlenversteck (1 Monat alt)

Junger Gepard, 2 Monate

Noch etwas schüchtern (2 Monate alt)

Junge Geparden, 3 Monate

Auf der Lauer (3 Monate alt)

Junger Gepard, 5 Monate

Halbwüchsig (5 Monate alt)

Was Sie schon immer wissen wollten ...

Was ist aus "Yathi" und ihren Töchtern geworden?

Die Gepardendame "Yathi" lebt ihm Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms seit August 2010 im Schlesischen Zoologischen Garten in Chorzow. Sie hat dort bereits wieder Junge bekommen. Zwei ihrer Töchter leben inzwischen im Zoo Lissabon, eine weitere im Allwetterzoo Münster.

Wie sieht es im Gepardenhaus aus?

Das Gepardenhaus ist für Besucher nicht begehbar. Es wurde nach dem Vorbild des Allwetterzoos Münster unter rein funktionalen Gesichtpunkten errichtet. So sind die Raubtierboxen raumhoch durch geschlosse Wände vom Pflegergang abgetrennt. Einsichtnahme ist nur durch kleine, vergitterte und mit Läden versehene Fenster in Türen und Wänden möglich. Die Temperatur der Boxen wird während der kalten Jahreszeit bei 15°C gehalten.

Quellen

  • Timothy M. Caro (1994): Cheetahs of the Serengeti Plains. Group living in an Asocial Species. University of Chicago Press, Chicago, ISBN 0-226-09434-0
  • Andrew Kitchener (1991): The Natural History of the Wild Cats. Christopher Helm, London, ISBN 0-7136-8042-3
  • George B. Schaller (1976): The Serengeti Lion. A Study of Predator-Prey Relations. University of Chicago Press, Chicago, ISBN 0-226-73640-7

Verbreitung

Verbreitungskarte Gepard


Cheetah Conservation Fund

Cheetah Conservation Fund

Geparden in ihrem Lebensraum schützen.


Cat Specialist Group der IUCN / SSC

IUCN/SSC Cat Specialist Group

Die Spezialisten für bedrohte Katzen.

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Ascherslebener Dentallabor - Axel Seyer

Gold-Patenschaft für einen Gepard

im Wert von 500 Euro

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