Kennen Sie den Beutelwolf? Vermutlich nicht aus der Begegnung mit einem lebenden Exemplar, denn der letzte seiner Art starb bereits 1936. Auch wenn einige wenige auf die Wiederentdeckung einer kryptischen Restpopulation hoffen und andere gar ernsthaft eine Wiederherstellung durch Klonen versuchten, so werden wir uns wohl damit abfinden müssen, dass diese hochgradig faszinierende Tierart höchstwahrscheinlich für immer unwiderbringlich verloren ist.

Da das wissenschaftliche Interesse am Beutelwolf aufgrund der Parallelentwicklung der modernen Raubtiere recht groß war, ist der Menschheit einiges an Fellen, Skeletten, Dermoplastiken, Flüssigpräparaten und sogar kurzen (ausschließlich in Zoos aufgenommenen) Stummfilmsequenzen erhalten geblieben.

Beutelwolf-Präparat im Senckenberg-Museum Frankfurt am Main

Dermoplastik eines Beutelwolfes (Thylacinus cynocephalus) im Senckenberg-Museum zu Frankfurt am Main.

Filmaufnahme des letzten lebenden Beutelwolfs, gestorben am 7.9.1936 im Hobart Zoo, Tasmanien - Filmaufnahme von David Fleay, Quelle: The Thylacine Museum unter http://www.naturalworlds.org

Doch solche Aufmerksamkeit wie im Falle des Beutelwolfs wurde längst nicht allen am Rande der Ausrottung stehenden Arten zuteil. Wenigstens 360 Wirbeltierarten wurden seit dem Jahre 1500 ausgerottet. Noch weitaus größer ist der Umfang der im selben Zeitraum ausgerotteten wirbellosen Tiere. Und die Zahl derjenigen Arten, die bereits vor ihrer wissenschaftlichen Beschreibung vernichtet wurden, kennt niemand. Zuzuschreiben sind diese Verluste an natürlicher Vielfalt dem Menschen, der gebietsfremde Tierarten ansiedelte, Lebensräume zerstörte oder Tiere durch direkte Nachstellung dezimierte. Zunächst traf es verstärkt inselbewohende Tierarten. Doch seit einiger Zeit ändern sich die Verhältnisse, greift die Ausrottung auch auf dem Festland, in den Süßwasser- und Meeres-Lebensräumen um sich.

Die natürliche Vielfalt ist bedroht

Tierarten wie Davidshirsch, Säbelantilope, Hawaii-Krähe, Guam-Ralle, Socorro-Taube, Marcgrave-Mitu oder Weißlachs können derzeit ohne Erhaltungszuchtprogramme nicht überleben. Sie werden in der globalen Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als "extinct in the wild (EW) - in der Natur ausgerottet" geführt. 1.235 Wirbeltierarten waren 2008 in derselben Liste als "critically endangered (CR) - kritisch bedroht" eingestuft. Dazu gehören auch europäische Säugetierarten wie Pardelluchs oder Mittelmeer-Mönchsrobbe.

Über die Lurche ist eine bedrohliche Krise hereingebrochen, die bereits mit dem Aussterben der Dinosaurier verglichen wird. Unter den Frosch- und Schwanzlurchen breitet sich weltweit ein aggressiver Pilz aus, der die zum Atmen notwendige, empfindliche Haut der Amphibien schädigt und ganze Populationen vernichtet.

Bedrohung der Wirbeltiere nach Gefährdungskategorien laut IUCN Red List 2008

Beunruhigend hoch ist der Anteil der bedrohten Arten in Relation zur insgesamt vorhandenen Vielfalt. Kriechtiere, Fische sowie die meisten Wirbellosen-Gruppen sind noch nicht vollständig bewertet worden. EX...Ausgerottet, EW...In der Natur ausgerottet, CR...Kritisch bedroht, EN...Stark bedroht, VU...Bedroht, NT...Beinahe bedroht, DD...Datenlage unzureichend, LC...Geringste Bedenken.

Was unternimmt der Tiergarten Bernburg gegen den Artenschwund?

Der Tiergarten Bernburg beteiligt sich an der Erhaltungszucht von Lisztäffchen (CR), Madagaskar-Hechtling (CR), Gepard (VU), Wisent (VU), Kuba-Pfeifgans (VU), Palawan-Pfaufasan (VU), Königsfasan (VU), Weißnackenkranich (VU), Katta (NT), Großem Mara (NT), Waldhund (NT), Chilenischem Flamingo (NT), Kupferspiegelente (NT) und Weißem Ohrfasan (NT).

Pachypanchax sakaramyi ist nur aus zufällig gespeisten Pfützen gesichert bekannt

Nach Umleitung erheblicher Teile des Sakaramy-Flusses durch die örtliche Bevölkerung wurde der Madagaskar-Hechtling Pachypanchax sakaramyi zuletzt 2001 bei Joffreyville in Pfützen gesichtet, die von einer undichten Wasserleitung gespeist wurden. Eine genauere Untersuchung der aktuellen Verbreitung des Madagaskar-Hechtlings steht bislang aus.

Der Tiergarten Bernburg ist Mitglied von Sphenisco - Schutz des Humboldt-Pinguins e.V. und Partner der Stiftung Artenschutz.

Fortsetzung folgt ...

Materialien zu Arten- & Umweltschutz

WWF-Fischführer für den nachhaltigen Einkauf (0,5 MB)
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Faltblatt: Sei kein Frosch. Hilf uns! (4,1 MB)
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Magazin: Biologische Vielfalt (3,9 MB)
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Magazin: Riffe - Regenwälder der Meere (2,4 MB)
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Magazin: Ohne Eis kein Eisbär (2,7 MB)
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Magazin: Wölfe (2,6 MB)
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Rote Listen (Sachsen-Anhalt), Herausgeber: Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (9,0 MB)
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European Red List of Mammals (11 MB)
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European Red List of Reptiles (10 MB)
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European Red List of Amphibians (11 MB)
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Birds in the European Union (1,3 MB)
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Schutz der Pinguine

Sphenisco - Schutz des Humboldtpinguins e.V.

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