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Sturmtief "Friederike" zerstört mehrere Tiergarten-Bäume

Am Donnerstag, den 18. Januar wütete Sturmtief "Friederike" zwischen 14 und 21 Uhr auch im Gelände des Bernburger Tiergartens. Mehrere Bäume wurden dabei zerstört, einige Zäune wurden beschädigt. Menschen und Tiere kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Der Tiergarten war in Erwartung des Sturms ganztägig geschlossen und blieb auch am darauffolgenden Freitag aufgrund der Beseitigung diverser Schäden im Besucherbereich weiterhin geschlossen.

Unweit des Streichelgeheges brach aus einer Pappel die Krone aus, durchschlug den Außenzaun und blockierte die benachbarte öffentliche Straße. Der Baum zeigte, wie viele andere der betroffenen, keinerlei Hinweise auf Vorschädigungen. Zwei weitere Bäume kippten in Richtung Saalepromenade und beschädigten auch hier Zäune, teils geringfügig, teils massiv.

Von Baum umgebrochener Zaun

Dieser Zaun wurde von einer Buche umgeworfen.

Innerhalb des Tiergartens wurden zwei Bäume entwurzelt und mehrere Fichten bzw. Kiefern wie Streichhölzer zerbrochen. Ein starker Ast einer Eiche landete auf dem Spielplatz.

Ausgebrochene Fichte im Vordergrund, abgebrochener Eichenast im Hintergrund

Ausgebrochene Fichte horizontal in einer Baumgruppe hängend

Eine von zwei ausgebrochenen Fichten am Gehege der Trampeltiere

Umgebrochene Pappel im Wirtschaftsbereich

Eine Auswahl von Baumfragmenten, wo sie nicht hingehören ...

Einen Schwerpunkt des Geschehens bildete wieder einmal der Baumbestand außerhalb des westlichen Außenzauns.

Zahlreiche umgekippte Bäume entlang der westlichen Peripherie des Tiergartens

Baum-Mikado entlang der westlichen Tiergarten-Begrenzung.

Im Laufe des Freitags konnte der größte Teil der Gefahrenquellen beseitigt werden, der Besucherbereich ist wieder passierbar. (19.01.2018)

Zootier des Jahres 2018 ist die Scharnierschildkröte

Einige asiatische Schildkrötenarten sind im Freiland bereits ausgerottet, andere nur noch in geringen Beständen vorhanden. Dieses leidvolle Schicksal teilen die Vertreter der 13 Arten umfassenden Gattung der Scharnierschildkröten (Cuora). Lebensraumverlust und exzessiver Handel für den Kochtopf oder als vermeintliche Medizin bedroht die Bestände der Scharnierschildkröten existenziell.

Scharnierschildkröte und Text Zootier des jahres 2018

Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) wählte deshalb in Zusammenarbeit mit Deutscher Tierpark-Gesellschaft (DTG), Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und Gemeinschaft Deutscher Zooförderer (GDZ) die Scharnierschildkröten zum Zootier des Jahres 2018. Nachzuchtbemühungen in Zoologischen Gärten sowie Schutzprojekte in den südostasiatischen Ursprungsländern sollen damit ideell und finanziell gefördert werden.

So unterstützt die Aktion Zootier des Jahres die ex situ-Erhaltungszucht von Scharnierschildkröten im Internationalen Zentrum für Schildkrötenzucht im Allwetterzoo Münster sowie ein Projekt des Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) für den Erhalt von Scharnierschildkröten in Kambodscha.

Fünf junge Cuora zhoui auf Pflegerhänden

Junge Cuora zhoui im Internationalen Zentrum für Schildkrötenschutz. Foto: Roland Wirth, ZGAP.

Das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz besteht seit dem Jahr 2003. Scharnierschildkröten bilden seither einen Schwerpunkt der Zuchtbemühungen des Zentrums. Von den 13 weltweit bekannten Cuora-Arten werden hier nicht weniger als neun erfolgreich nachgezogen. Herausragend sind die Erfolge bei der Zhous-Scharnierschildkröte (Cuora zhoui). Über zwei Drittel des weltweit bekannten Bestandes dieser Art ist in Münster geschlüpft, mittlerweile bereits in zweiter Tochter-Generation.

Das Angkor Centre for Conservation of Biodiversity wurde ebenfalls 2003 als eine der ersten Artenschutz-Stationen in Kambodscha gegründet. Unweit der berühmten Tempelanlage von Angkor Wat gelegen, fungiert es als Auffang- und Wiederauswilderungsstation für einheimische Wildtiere sowie als Schulungs- und Weiterbildungszentrum für die örtliche Bevölkerung, Schüler, Studenten, Behörden und Besucher. Unter anderem widmet sich das ACCB auch der Nachzucht der Amboina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis) unter möglichst naturnahen Bedingungen. Bereits über 100 Jungtiere konnten großgezogen werden. Eine Auswilderung des Nachwuchses in einem gut geschützten Gebiet unter wissenschaftlicher Begleitung ist vorgesehen und soll durch Spendengelder aus der Aktion Zootier des Jahres finanziert werden. (18.01.2018)

Jahresrückblick 2017

Im Jahr 2017 wurden 59.303 Besuche gezählt und damit 3485 weniger als im Jahr zuvor. Die vielen verregneten Wochenenden mögen ebenso zu diesem Ergebnis beigetragen haben, wie gehäufte Umleitungen, die Ortsunkundigen die Anfahrt nicht immer leicht machten.

Ein Schwerpunkt des Baugeschehens des vergangenen Jahres spielte sich zudem hinter den Kulissen ab. Wichtig und überfällig war die neue Futterküche ohne Frage, aber sie befindet sich nun mal nicht im Besucherbereich. Und auch die Rekonstruktion der Besuchertoiletten brachte keine neuen Tierbegegnungen. Ein Teil des Vogelbestandes war überdies wegen der Aufstallpflicht infolge des allgemeinen Vogelgrippe-Geschehens während des Winterhalbjahrs längere Zeit nicht zu sehen, die Teichanlagen gesperrt und das Amerikahaus nur teilweise zugänglich.

Neu in den Tiergarten gelangten im Berichtsjahr Karakulschafe, Kappensäger, Augenbrauenenten, Baikalenten und Blaunacken-Mausvögel. Wieder zurück, nach vorübergehender Pause, ist die Kupferspiegelente. Unser letztes Tier verließ uns im Rahmen einer Zuchteinstellung. Nun erhielten wir ein junges Pärchen zurück.

Besonders erfreulich war außerdem die erneute Geburt eines Trampeltieres.

Tierklasse Formen Individuen
Säugetiere 33 207
Vögel 64 247
Kriechtiere 6 22
Lurche 1 2
Knochenfische 26 352
Insekten 1 103
Schnecken 1 136

Tierbestand zum 31. Dezember 2017. (Formen = Wildtierarten bzw. -Unterarten und Haustierrassen.)

Zu den Tieren, die wir 2017 in hohem Alter verloren haben, gehörte nicht nur Braunbär "Benji" aus dem Schloss-Gehege, sondern auch ein Shetlandpony, ein Wolf, ein Wildschwein sowie beide Weißlippenhirsche. Viele Zootiere werden immer älter, nicht selten einhergehend mit altersbedingten gesundheitlichen Einschränkungen. Bei den Weißlippenhirschen soll es im Frühjahr einen Neubeginn mit jungen Tieren geben.

Auch von Acouchis und Eurasischen Streifenhörnchen ist uns leider jeweils der letzte Vertreter gestorben. Beide Arten sind jedoch nicht leicht wieder zu beschaffen. Bei den Acouchis liegt es daran, dass aus bislang unbekannten Gründen die Nachzuchterfolge europaweit, und diesem Trend folgend auch bei uns, seit Jahren dramatisch nachgelassen hatten.

Eurasisches Streifenhörnchen

Eurasisches Streifenhörnchen.

Der Fall der Streifenhörnchen jedoch liegt anders. Hier greift ein grundsätzliches, europaweites Zucht- und Haltungsverbot, dass die Ausbreitung bestimmter gebietsfremder und potenziell invasiver Tier- und Pflanzenarten im Dienste des Naturschutzes verhindern soll. Über die Notwendigkeit und Geeignetheit solcher weitreichenden Verbote lässt sich streiten.

Vom Verbot betroffen sind bislang u.a. zehn typische und ehedem häufig gehaltene Zootierarten. Darunter auch Arten wie Waschbär und Nutria. Beide Tierarten, die in der Vergangenheit auch im Tiergarten Bernburg gezeigt wurden, sind hierzulande längst gut etabliert. Der Waschbär kommt seit vielen Jahren frei lebend im Tiergartengelände vor. Zu sehen sind sie meist nur während der Dämmerung. Diese Population geht wohlgemerkt nicht auf unsere früheren Gehege-Waschbären zurück. Welchen Unterschied würde es aber machen, wenn sich dieser Population ausnahmsweise ein versehentlich entwichener weiterer Waschbär dauerhaft anschließen würde? (18.01.2018)


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Zootier des Jahres: Button mit Scharnierschildkröte

Zootier des Jahres 2018 ist die Scharnierschildkröte.


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