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Tiergarten Bernburg

Was uns 2014 bewegte

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Erstmals Nachwuchs bei den Waldhunden im Tiergarten Bernburg

Zwei unbeholfene Waldhund-Welpen in der Ecke der geöffneten Wurfkiste

In der vierten Lebenswoche verlassen die Waldhund-Welpen die schützende Wurfkiste noch nicht freiwillig.

Junger Waldhund während der ersten Untersuchung mit Wiegen und Geschlechtsbestimmung.

Es ist ein Männchen ...

Mit Lederhandschuhen gehaltener Waldhund während der ersten Impfung.

Noch immer fügsam, aber schon viel munterer und mit schneeweißen Zähnen.

Manche Dinge in einem Zoo brauchen einen langen Atem. Bis zum ersten, lang ersehnten Nachwuchs der Waldhunde im Amerikahaus des Bernburger Tiergartens hat es beinahe zehn Jahre gedauert. Am 3. November war es dann endlich soweit. In einer der dunklen Schlafkisten des Innengeheges kamen zwei Waldhund-Welpen zur Welt.

Wie so oft in vergleichbaren Situationen waren die Bezwingung der eigenen Neugier und die Vermeidung jeglicher Störungen oberstes Gebot. Erst in der vierten Lebenswoche, mit 1000 bzw. 1200 Gramm, wurden die beiden Geschwister zum ersten Mal in Augenschein genommen, nachdem die Elterntiere abgesperrt worden waren. Die Jungtiere hatten pralle Milchbäuche, gaben keinerlei Anlass zur Sorge und erwiesen sich bei der Geschlechtsbestimmung beide als männlich.

In der achten Lebenswoche, nun bereits mit jeweils 2 kg, erhielten die Jungtiere am Tag vor Heiligabend ihre erste Impfung. Die Schlafkiste verlassen sie inzwischen mehrmals täglich, um dann ihren Eltern auf Schritt und Tritt zu folgen und dabei die Umgebung kennen zu lernen. Hin und wieder sind sie auch schon beim gemeinsamen, übermütigen Balgen zu beobachten. (26.12.2014)

Tolles Programm zum Tiergartenfest

Das Wetter war nicht perfekt für eine Freiluftveranstaltung. Und doch fanden trotz zeitweisen Nieselregens 864 Besucher den Weg zum Tiergartenfest nach Bernburg.

Aufrecht stehendes, Ausschau haltendes Erdmännchen zwischen Steinen und Wurzeln auf der Außenanlage.

Zum ersten Mal im Tiergarten Bernburg zu sehen: Erdmännchen.

Die Einweihung ihres neuen Geheges um 10 Uhr haben die Erdmännchen vermutlich verschlafen. Noch sehr zurückhaltend blieben sie lieber abwartend in ihrer vertrauten Rückzugskiste und stellten die ersten Besucher auf eine harte Geduldsprobe. Etwas später am Tag begannen sie dann doch noch mit ersten Erkundungsgängen durch das Außengehege und wurden dabei mit jedem Anlauf mutiger.

Fräulein Hatschi mit silbrigem Kostüm sowie Hut, Fliege und Handschuhen.

Fräulein Hatschi holte sich die Kinder aus dem Publikum auf die Bühne.

Das Bühnenprogramm eröffnete Fräulein Hatschi. Gleich nach dem gegenseitigen Bekanntmachen wurden die jüngsten Mitglieder des Publikums zwischen Hatschis ganz und gar eigenen Liedern und Geschichten zum Bestandteil einer kurzweiligen Show voller guter Laune sowie eindrucksvoller Mimik und Gestik.

Florin auf Podest, Felicitas mit Reifen und Florin am Rande um Fassung ringend

Cato, Felicitas und Florin (von links) standen abwechselnd im Mittelpunkt.

Gefährliche Sprünge durch den Reif zeigte Cato nicht - und auch sonst lief nichts so, wie man unter anderen Umständen vielleicht hätte erwarten können. Zum Glück, denn dadurch wurde das perfekte Zusammenspiel von Florin, Felicitas und Hund(en) zu einer urkomischen Show, in der Hund Cato nicht nur rechnete, sondern auf nahezu magische Weise auch Würstchen verschwinden ließ und schließlich sogar mit Hilfe einer Waschmaschine verwandelt wurde.

Roxana in orientalischem Bauchtanzköstüm mit goldenen Armschwingen

Roxana verzauberte unter anderem mit Tanz und farbenprächtigen Kostümen, hier auf Station im Orient.

Roxana und Choco entführten in prächtigen Kostümen auf eine vergnügliche, farbenfrohe Reise um die Welt, die indianisch in Amerika begann und nach zahlreichen Zwischenstopps nicht weniger exotisch mit der Präsentation imposanter Riesenschlangen sowie Schokolode für die Kinder endete.

Doreen beim Schminken eines Kindes mit dem Pinsel

Unter den Händen von Doreen verwandelten sich erwartungsvolle Kindergesichter in kleine Kunstwerke.

Auch sonst wurde allerhand geboten: z.B. ein Infostand des Pinguin-Schutzvereins "Sphenisco" mit Preisquiz, Kinderschminken, Gestalten farbiger Grafiken mit dem Fun Spinner, Trampolin oder Hüpfburg. Das Seniorenheim "Pro Vita" verkaufte selbst gebackene Muffins und spendete dem Tiergarten den Verkaufserlös in Höhe von 200 Euro. Und wer ein Andenken mit nach Hause nehmen wollte, konnte sich einen Erdmännchen-Button pressen. (14.09.2014)

Was bis Mai geschah ...

Der Winter ist diesmal praktisch ausgefallen. Das Wetter hat unsere Besucher verwöhnt. Groß war der Besucherandrang zur Veranstaltung am Ostersonntag. Und auch wenn hier nicht so detailliert wie sonst darüber berichtet werden konnte, es hat sich einiges getan in der Zwischenzeit.

Goldgelb gefärbtes, zwei Tage altes Kranichküken mit winzigen Flügelansätzen und Eizahn auf der Spitze des Oberschnabels.

Erstmals im Tiergarten Bernburg geschlüfter Weißnackenkranich.

Nahaufnahmes des Gesichts eines jungen Zwergmungos

Einer der beiden inzwischen halbwüchsigen Zwergmungos.

Aufrecht sitzendes Jungtier des Turkmenenuhus. Das flauschige Jungvogelgefieder weicht langsam dem Erwachsenenkleid.

Jungvogel der Turkmenenuhus.

Wie in jedem Frühjahr gibt es auch zahlreiche Jungtiere. Besonders bemerkenswert ist der erste Weißnackenkranich, der am 5. Mai im Tiergarten Bernburg schlüpfte und seitdem prächtig gewachsen ist. Da die eigenen Eier bisher leider immer unbefruchtet waren, haben wir dem Kranichpaar in diesem Jahr fremde Eier untergeschoben. Die unfreiwilligen Pflegeeltern kümmern sich rührend.

Nach einer beachtlichen Pause von immerhin fünf Jahren haben sich auch die Östlichen Zwergmungo wieder erfolgreich fortgepflanzt. Zwei Jungtiere wachsen in Gehege am Afrikahaus auf.

Weiteren Nachwuchs gibt es unter anderem bei den Pinguinen, Emus, Uhus, Kittas, Kattas, Kängurus und Maras sowie bei Zwergziegen, Kamerunschafen, Lamas und Steppenrindern. Unsere Bentheimer Schweine haben uns diesmal gehörig überrascht. Hier wächst momentan nur ein einziges Ferkel auf.

Neuzugänge im Tiergarten Bernburg sind zwei weibliche Weißlippenhirsche, die aus dem Zoo Wuppertal in die Saalestadt kamen sowie ein Pärchen Südgeorgischer Spitzschwanzenten, die als Untermieter im Gehege der Pinguine einzogen. Beide Tierarten sind in der Natur bedroht, werden nur sehr selten in Zoologischen Gärten gehalten und sind nun erstmals im Tiergarten zuhause.

Weißlippenhirsch im neuen Gehege, noch etwas unsicher Laub fressend.

Einer der beiden Weißlippenhirsche kurz nach der Ankunft in Bernburg am 1. April.

Spitzschwanzente von frontal aufgenommen.

Erstmals im Tiergarten Bernburg: die Südgeorgische Spitzschwanzente.

Als weiterer Zugang kam ein weiblicher Waldhund aus dem dänischen Zoo Jesperhus in den Bernburger Tiergarten. Das Weibchen wollte nicht auf den von uns vorgesehenen Zeitpunkt warten, um mit dem hiesigen Rüden auf Tuchfühlung zu gehen und erledigte die Umsperrarbeiten kurzerhand selbst, indem sie eine Trennwand aushob.

Erfreuliche Fortschritte gibt es von der Baustelle des Erdmännchengeheges zu vermelden. Die Rohbauarbeiten nähern sich dem Ende, das Dach ist gerichtet und auch das Außengehege nimmt Kontur an.

Erdmännchengehege im Rohbau, links das Haus, rechts das von einer Mauer umschlossene Außengehege.

Acouchi von der rechten Seite, Apfel fressend.

Die Acouchis sind in ihr neu gestaltetes Gehege im Amerikahaus zurück gekehrt.

Ebenso schreiten die Renovierungsarbeiten im Amerikahaus voran. Nach Schäden durch das Hochwasser des Vorjahres wurde nun der Besucherraum gefliest und vor wenigen Tagen auch das Gehege der Acouchis neu gestaltet. (24.05.2014)

Anstelle eines Jahresrückblicks

Unter normalen Umständen wäre an dieser Stelle der Jahresrückblick über die Ereignisse des Jahres 2013 im Tiergarten Bernburg zu finden gewesen. Doch so ganz normal ist der Arbeitsalltag im Tiergarten noch nicht wieder. Die Folgen des ungewöhnlich schweren Juni-Hochwassers 2013 beschäftigen uns weiterhin jeden Tag. Und die Aufgaben für die Zukunft sind mit dem neuen Hochwasserrekord gehörig gewachsen.

Dennoch versuchen wir, in diesem Jahr unseren Blick vor allem vorwärts zu richten. Wir freuen uns, dabei auf die breite Unterstützung treuer sowie neuer Freunde des Bernburger Tiergartens zählen zu dürfen; hat doch die Flut-Katastrophe des vergangenen Jahres nicht nur den Tiergarten im Wasser versinken lassen, sondern gleichzeitig auch eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, auf die wir so nie zu hoffen gewagt hätten.

Es ist uns deshalb ein besonderes Bedürfnis, an dieser Stelle noch einmal herzlich all jenen zu danken, die uns in die Lage versetzt haben, den Wiederaufbau des Bernburger Tiergartens in Angriff zu nehmen und dabei auch den Hochwasserschutz zu verbessern. Engagiert haben sich zahlreiche große und kleine Tierfreunde, Kindergärten, Schulen, Horte, Vereine und Firmen sowie auch viele Zoos, Zoobesucher, Zoomitarbeiter, Zoofreunde, Fördervereine und Zooverbände.

Vieles ist in den letzten Monaten erreicht worden. Den meisten Gehegen ist nicht mehr ohne weiteres anzusehen, wie hoch das Wasser stand. Doch ein nicht unbeträchtlicher Teil an Arbeit liegt immer noch vor uns, vor allem außerhalb des unmittelbaren Besucherbereichs. Manches davon bedarf erst noch eingehender Planung, bevor an die Ausführung gedacht werden kann. Über Fortschritte werden wir hier zu gegebener Zeit berichten. (12.01.2014)


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